Das Kommandantenhaus am heutigen Europaplatz war eines der bedeutendsten Bauwerke des späten Klassizismus in Freiburg. Es wurde zwischen 1827 und 1830 nach Plänen des badischen Kreisbaumeisters Christoph Arnold, einem Schüler Friedrich Weinbrenners, errichtet. Das Gebäude zeichnete sich durch seine markante symmetrische Fassade mit zwei Giebeln und einer zentralen Loggia aus und galt als prachtvolles Beispiel biedermeierlicher Baukunst. Ursprünglich als Sitz der Militärverwaltung konzipiert, diente es später verschiedenen Zwecken, bevor es in der NS-Zeit als Kreisleitung der NSDAP zweckentfremdet wurde. Beim verheerenden Luftangriff am 27. November 1944 wurde das Gebäude vollständig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.
Diese Fotografie bietet einen detaillierten Blick auf die Hauptfassade des Kommandantenhauses. Christoph Röbcke nahm sie 1902 auf. Hier treten die architektonischen Details von Christoph Arnolds Entwurf deutlich hervor: Die zwei markanten Seitengiebel rahmen den zurückgesetzten Mittelteil mit seinem Säulengang im Erdgeschoss und der darüberliegenden Loggia ein. Vor dem Gebäude stehen uniformierte Posten, was auf die militärische Bedeutung des Hauses hinweist. Es beherbergte ja den Kommandanten der gegenüberliegenden Karlskaserne. Die Aufnahme unterstreicht, warum das Gebäude als "Prunkstück des Biedermeier" bezeichnet wurde. Die feinen Stuckverzierungen und die ausgewogenen Proportionen machten es zu einem der ästhetisch wertvollsten Profanbauten Freiburgs, dessen Verlust im Jahr 1944 eine schmerzliche Lücke im Stadtbild hinterließ.
Diese belebte Ansicht zeigt einen Blick in die Kaiserstraße Richtung Münster und Martinstor. Rechts im Vordergrund das Kommandantenhaus. Die Postkarte ist 1912 gelaufen.
Rechts des Siegesdenkmals wird hier das Kommandantenhaus sichtbar, dessen architektonische Strenge dem Platz eine geordnete Struktur verlieh. Direkt daneben befand sich das beliebte "Kaiser-Café", ein Treffpunkt der Freiburger Gesellschaft. Das Bild dokumentiert den Zustand vor dem Ersten Weltkrieg, es stammt von ca 1910, ergänzt durch eine vorbeifahrende elektrische Straßenbahn und Pferdefuhrwerke.
Die heutige Lage und Ansicht (Link führt zu Google Maps. Bewegen Sie die Maus mit gedrückter Maustaste, um die Ansicht zu bewegen)