Das Café Lohengrin


Veröffentlicht am   30.12.2025

Das Café-Restaurant "Lohengrin", gelegen in der Röderstraße 10 (heute 4-6), war zur Zeit der Jahrhundertwende eine der glanzvollsten Adressen im Freiburger Stadtteil Ludwigvorstadt. Eröffnet im Jahr 1897 unter der Leitung von Karl Wagner, verdankt das Gebäude seine markante Architektur dem bekannten Freiburger Architekten Rudolf Schmid. Der Name des Etablissements sowie die Gestaltung waren eine Hommage an die Opernwelt Richard Wagners, was dem Haus eine besondere kulturelle Note verlieh. Inhaber wie Karl Wagner machten das "Lohengrin" zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt, der für seine Konzert- und Ballsäle, Billardzimmer und einen weitläufigen, schattigen Garten bekannt war. Die Nutzung des Gebäudes wandelte sich mit der politischen Lage:. 1917 wurde das Haus zwangsverwaltet und man richtete dort eine Volksküche ein. Am 27. November 1944 wurde das Gebäude beim Bombenangriff auf Freiburg völlig zerstört . Heute existiert der Bau nicht mehr, doch die erhaltenen Postkarten bewahren die Erinnerung an den einstigen Glanz der Röderstraße.

Diese Postkarte ist eine künstlerisch besonders wertvolle Gedenkkarte, die die mythologische Namensgebung des Cafés thematisiert. Auf der linken Seite ist die monumentale Figur des Ritters Lohengrin mit seinem Schwan dargestellt, darüber prangt ein Porträt von Richard Wagner. In der Mitte der Karte ist das Café-Gebäude selbst abgebildet, geschmückt mit Flaggen. Die rechte Seite wird von einer Stadtansicht Freiburgs mit dem Münster und dem Schlossberg sowie dem Stadtwappen eingenommen. Der Name des Inhabers, Karl Wagner, ist unter der Gebäudeansicht vermerkt. Diese Karte verdeutlicht eindrucksvoll, wie das Café Lohengrin Gastronomie mit dem kulturellen Stolz und der Musikverehrung jener Zeit verband. Die detaillierte Ausführung und die patriotische Symbolik machen sie zu einem herausragenden Beleg für die Selbstdarstellung Freiburger Gastbetriebe um 1900.

Bei dieser Ansicht handelt es sich um eine farbige Lithografie aus dem Jahr 1902, die als Mehrbildkarte verschiedene Bereiche des Hauses vorstellt. Zentral platziert sind die dekorativen Schriftzüge des Cafés. In den einzelnen Vignetten bekommt der Betrachter einen umfassenden Einblick: Unten links ist die repräsentative Außenansicht des Gebäudes zu sehen, die die Handschrift des Architekten Rudolf Schmid zeigt. Im Hintergrund sieht man den Turm der Martinskirche im Süden. Weitere Bilder illustrieren das geschäftige Treiben im Ballsaal, die Ruhe im Billardzimmer und die Idylle im "schattigen Garten". Diese Karte diente als klassisches Werbemittel und hob auch das kulinarische Angebot wie Münchner Bier und reine Weine hervor. Eine kleine Ansicht des Freiburger Münsters in der oberen Ecke stellt den lokalen Bezug zur Stadt her. Die kunstvolle Gestaltung mit floralen Elementen macht die Karte zu einem typischen Zeugnis der Epoche um die Jahrhundertwende.

Diese Postkarte von 1910 zeigt eine beeindruckende Innenansicht des großen Konzert- und Ballsaals im Café Lohengrin. Der Raum präsentiert sich in festlicher Dekoration, die seine großzügige Architektur unterstreicht. Die hohen Wände sind mit Girlanden aus Tannengrün und Blumen geschmückt, während an der Decke filigrane Stuckverzierungen und opulente Kronleuchter zu sehen sind. Besonders auffällig sind die zahlreichen Lorbeerbäumchen in Kübeln, die entlang des Tanzparketts aufgestellt wurden und dem Saal eine parkähnliche Eleganz verleihen. Auf der rechten Seite erkennt man die für die Zeit typischen Bugholzstühle, die ordentlich aufgereiht auf Gäste warten. Durch die hohen Rundbogenfenster fällt helles Licht in den Saal, was die Weite und die festliche Atmosphäre betont. Die Bildunterschrift am unteren Rand weist explizit auf den Standort in der Röderstraße 10 hin.


Die heutige Lage und Ansicht (Link führt zu Google Maps. Bewegen Sie die Maus mit gedrückter Maustaste, um die Ansicht zu bewegen)


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Freiburg